Flöten werden seit prähistorischen Zeiten als Musikinstrumente verwendet. Sie bestanden aus hohlen Knochen und wiesen bereits Tonlöcher auf. Der am meisten verbreitete Flötentypus im Europa des frühen Mittelalters waren panflötenähnliche Instrumente, bei denen grifflochlose Pfeifen von ansteigender Länge aneinandergebunden wurden. 

Die Blockflöte wurde als Musikinstrument nach Europa gleichzeitig aus Afrika durch die Mauren nach Spanien, als auch durch Slawen aus Asien eingeführt. Blockflöten, die mit beiden Händen zu spielen waren, sind in Europa seit dem 11.Jht. bekannt. Bereits im 14.Jht. zählte die Blockflöte zu den wichtigsten Holzblasinstrumenten. Sie verdrängte die Doppelschalmeien des frühen Mittelalters vollständig. Die Blockflötentypen waren noch zylindrisch (also gerade) gebohrt und bestanden nur aus einem Stück, wodurch sie einen milden und warmen Klang erhielten. Durch ihre Klangcharakteristika waren sie besonders zur Unterstützung des Gesangs geeignet. 

Im Barock (ca.1600 -1750) war die Blockflöte geradezu modisch. In England war sie DAS Melodieinstrument für Musiker. Zu dieser Zeit wollte man, dass sich der Klang eines Instruments deutlicher vom Klang des menschlichen Gesangs unterschied. Bei der Blockflöte wurde dies durch eine andere Bauweise erzielt. Ihr Körper wurde aus 3 Teilen zusammengesetzt, das Rohr wurde umgekehrt konisch (also unten enger als oben) gebohrt, und die Grifflöcher enger aneinander gesetzt. Seit dem 16.Jht. war auch das Daumenloch auf der Rückseite üblich. Der Ton der Blockflöte wurde damit klarer, heller und obertonreicher (Bei jeder natürlichen Tonerzeugung wird neben dem Grundton noch eine Vielzahl höherer Töne erzeugt - die Obertöne). Unüblich wurde es dagegen das unterste der Grifflöcher, das Kleinfingerloch, doppelt anzulegen. Da der unterste Teil der Flöte nun beweglich war, konnte der Musiker diesen Teil in eine für ihn bequeme Stellung drehen. 

In barocken Kompositionen tritt vor allem die Altflöte als Soloinstrument in Sonaten und teilweise in Konzerten hervor. Ebenso im Frühbarock entstand das erste und bis heute umfangreichste Solowerk für Blockflöte: der "Fluyten Lust-Hof" (Druckausgabe in 3 Bänden von 1648 bis 1654) von dem blinden Flötisten Jacob van Eyck aus Utrecht. Es handelt sich hierbei um eine sehr umfangreiche Sammlung an Solostücken für die Sopran-Blockflöte, die fast alle einem gemeinsamen Schema folgen: Ein zunächst in einfacher Fassung geschriebenes melodisches Stück wird in mehreren Schritten in kleinere, schnellere Notenwerte aufgelöst. Den Schlusspunkt bildet die virtuose Fassung des gleichen Stücks. 

Um 1700 veränderte Jacques Hotteterre (der Enkelsohn des Erfinders von Oboe und Fagott) die einfache Blockflöte von Grund auf. Von da an waren Tonhöhe und Stimmung einander angeglichen, und auch große Komponisten nahmen sich ihrer an. Über 100 Jahre lang war die Blockflöte sehr beliebt, besonders nachdem Hotteterre sie verbessert hatte. Eine Zeit lang existierten Blockflöten und Querflöten nebeneinander. Im 18.Jht. wurde die Blockflöte jedoch von der klanglich stärkeren und im Zusammenspiel mit den erweiterten Orchestern durchsetzungsfähigere Querflöte verdrängt. Die schwindende Bedeutung der Blockflöte zeigt sich auch daran, dass die Bezeichnung "Flöte" in einer Orchestrierung bis 1750 eindeutig eine Blockflöte bezeichnete. Sollte eine Querflöte zum Einsatz kommen, wurde dies etwa durch die Bezeichnung "Flauto traverso" oder "Traversa" angegeben. Nach 1750 kehrte sich dies um. Bis heute gilt, dass in der Orchestrierung mit der Bezeichnung "Flöte" eine Querflöte gemeint ist. Soll eine Blockflöte verwendet werden, wird dies explizit angegeben. 

Zu Beginn des 20.Jhts. war die Blockflöte so unüblich, dass der Komponist Igor Stravinsky sie für eine Art Klarinette hielt, als er sie das erste mal sah. In den 1920er-Jahren wurde sie dann wiederentdeckt, denn man bemühte sich um ein möglichst originalgetreues Klangbild der Renaissance- und Barockmusik. Zeitgleich begann die Entwicklung der industriellen Massenproduktion von Blockflöten, beispielweise durch die Firma Moeck und Adler-Heinrich, die die Blockflöten nun günstig herstellten. 

Nach dem 2. Weltkrieg setzte vollends der Massengebrauch der Blockflöte als allgemeines Einstiegsinstrument ein. Die Literatur für die Blockflöte ist im 20.Jht. zu einem gewaltigen Umfang angewachsen und wächst auch weiterhin. Doch es wird nicht nur Alte Musik oder Volks- und Kinderlieder gespielt, gelegentlich wird sie auch in der Popmusik verwendet. Sie taucht in Stücken von so unterschiedlichen Gruppen wie den Beatles und den Rolling Stones, sowie Jimi Hendrix auf. 

Ich möchte nun noch einmal näher auf den Bau der Blockflöte und die Spielpraxis eingehen: 

Blockflöten gibt es vom kleinen "Garklein" (Grundton c''' ) bis zur großen Subkontrabassblockflöte (Grundton C) in moderner Stimmung sowie in Renaissance- und Barockstimmung. Barocke Flöten haben einen Tonumfang von 2 Oktaven und einer Quinte, moderne Blockflöten haben einen Tonumfang von über 3 Oktaven. 

Die alten Bassblockflöten waren mit 7 vorderen Grifflöchern ausgestattet. Das unterste Griffloch war jedoch doppelt vorhanden, um der uneinheitlichen Spielpraxis Rechnung zu tragen, bei der neben der heute üblichen Haltung (linke Hand über rechte Hand) viele Musiker auch die umgekehrte Handhaltung verwendeten. Das vom Spieler nicht benötigte Kleinfingerloch wurde mit Wachs verstopft. 

Der Spieler bläst durch ein pfeifenartiges Mundstück, in dem ein Holzblock mit scharfer kante sitzt. Gegen diese Kante wird der Atem gepresst und bringt so die Luftsäule im Instrument zum Vibrieren. 

Erste Spielerfolge lassen sich sehr rasch erzielen, da weder eine komplizierte Ansatz- (wie z.B. bei Querflöte oder Oboe) noch eine allzu virtuose Grifftechnik erforderlich ist. Andererseits ist es schwierig den eben erwähnten Luftstrom genau zu bemessen. Bläst man zu schwach, bleibt der Ton aus. Ein bisschen zuviel Atem und der Ton fiept und springt eine Oktave höher. Und schon auf der Stufe der nur leicht Fortgeschrittenen wird durch die Gabelgriffe die Grifftechnik recht komplex. Je nach Instrument muss für jeden Ton ein eigener Griff und Blasdruck gespielt werden. Die Grifflöcher müssen sehr sorgfältig mit den Fingern bedeckt werden, damit die Töne nicht quietschen. Das Kopfstück wird darüber hinaus auch als Lärm-, Rhythmus- und Effektinstrument verwendet. Auch Vogelstimmen kann man mit Blockflötenköpfen imitieren.