Die Laute, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit der Renaissance. Doch bereits im 2.Jht.v.Chr. finden sich auf babylonisch-assyrischen Denkmälern Abbildungen, auf denen lautenähnliche Instrumente zu erkennen sind.
Das Vorläuferinstrument der Laute ist der 3- bis 4-saitige arabische Tanbur. Aus dem Tanbur entwickelte sich dann im 1.Jht.n.Chr. die 5-saitige Ûd (Oud, Aoud). Sie ist der Namensgeber der Laute, denn aus der arabischen Bezeichnung für solche Instrumente "Al-ud" ("aus Holz") wurde im Laufe ihrer Ausbreitung nach Mitteleuropa (einerseits über den Balkan und andererseits durch die Mauren über Spanien) "Laute". Der Name ist in vielen Ländern sehr ähnlich: deutsch "Laute", französisch "Luth", spanisch "Laud", italienisch "Liuto" und englisch "Lute".
Nach einer historischen Schilderung wurden die Saiten der Ûd den Körpersäften Galle, Blut, Phlegma und schwarze Galle zugeordnet. Da diese nicht ohne die Seele leben konnten, wurde noch eine 5. Saite hinzugefügt.
Im 13. und 14.Jht. entwickelte sich aus der Ûd die europäische Laute. Die Ähnlichkeit der Bauweise zwischen der Ûd und der Laute ist enorm. Beide Instrumente haben einen birnenförmigen Korpus aus Spänen und einen kurzen Hals mit geknicktem Wirbelkasten, wobei der Korpus der Ûd etwas größer ist. Auch haben beide eine direkt aus der Decke gestochene Rosette, die den obertonreichen Klang begünstigt (Bei jeder natürlichen Tonerzeugung wird neben dem Grundton noch eine Vielzahl höherer Töne erzeugt. Diese nennt man Obertöne).
Die Renaissancelaute, die älteste Lautenform, war 5-chörig (ein Chor sind 2 Saiten). Die höheren Töne wurden unisono (im Gleichklang) gestimmt, und ab dem 4. bzw. 5. Chor oktaviert. Diese Oktavierung verleiht der Laute ihren typischen Klang. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Chöre hinzu, sodass sie im 17.Jht. bis zu 14 Chöre mit Bassreiter hatte! Es kamen Bordunsaiten, die über dem Griffbrett verliefen und deshalb nicht gegriffen wurden, hinzu. Etwa ab 1580 gab es auch die Theorben und Chitarronen, die eine Länge von bis zu 1.60m erreichten.
Anfänglich wurden die Saiten der Laute, genau wie bei der Ûd, mit einem Plektrum (meist einem Vogelfederkiel) angeschlagen. Erst um 1500 entwickelten die Lautenisten die Fingerspieltechnik, auch "Zwicken" genannt, um mehrstimmige Musik besser bewältigen zu können. In der späteren Renaissance und im Barock wurde vorwiegend mit einer lebhaften Bassführung gespielt, woraus sich die Daumen-Innen-Technik entwickelte, bei der der Daumen vor allem die Basssaiten anspielt. Der kleine Finger wurde als Stützfinger auf der Decke fixiert.
Es dürfte viele Lautenisten, bzw. Gitarristen, erfreuen zu hören, dass damals nicht nach Noten, sondern nach Tabulaturen gespielt wurde ;-)
Ihre Blütezeit hatte die Laute ca. von 1500-1800. In der Renaissance hatte sie eine dominante Stellung als Solo- und Ensembleinstrument, sowie als Begleitinstrument. Sie war in der höfischen Musik genauso beliebt, wie in der Hausmusik. Im 16.Jht. bekam sie sogar den Titel "regina omnium instrumentorum musicorum" (Königin aller Musikinstrumente). Außerdem war sie DAS Instrument der Minnesänger schlechthin.
Die bedeutendsten Lautenisten der Renaissance waren John Dowland (1563-1626) und Francesco da Milano ("der Göttliche") (1497-1543).
Da die Laute sehr schwer zu stimmen war, kam sie im Barock bald aus der Mode und wurde vom Cembalo verdrängt.
Heutzutage wird die Laute meistens in der Wandervogelform (auch Bastardlaute oder Gitarrenlaute genannt) gespielt. Diese besitzt nur 6 Saiten und wird wie die Gitarre gestimmt: E-A-D-G-H-E. An die wirklich schweren Bauformen, wie der Renaissance- oder Barocklaute, wagen sich nur wenige. Die Ûd ist allerdings auch heute noch im orientalischen Kulturkreis ein sehr beliebtes Instrument.