Das Portativ (lat. "portare" = tragen) ist seit dem 8. Jht. bekannt und hatte seine Blütezeit im Mittelalter und der Renaissance, wobei es in der Renaissance kaum noch gespielt wurde, da es größeren Orgelmodellen weichen musste. Obwohl es zu den (Pfeifen-)Orgeln gehört, wurde es kaum in der Kirchenmusik gespielt. Das kann daran gelegen haben, dass das Portativ, im Gegensatz zu anderen Orgeln, nur einen geringen Tonumfang von etwa 1-2 Oktaven hatte und man nicht die Möglichkeit besaß, unterschiedliche Klangfarben zu erzeugen. 

Die meisten Portativ-Spieler waren umherziehende Spielleute. Dank ihrer geringen Größe ließ es sich gut transportieren. 

Gespielt wurde es überwiegend im Sitzen, das Portativ liegt dabei auf dem Schoß des Spielers. Beim Spielen im Stehen wird das Instrument an einem Riemen über der Schulter getragen. Die Klaviatur wird mit der rechten Hand bedient, dabei wirken kleine Stifte unter der Klaviatur, die "Stecher", direkt auf die Spielventile unter den Pfeifen. Mit der linken Hand wurde ein Blasebalg betätigt, der Luft in die Pfeifen drückte. 

Im 13. Jht. wurde das Portativ weiterentwickelt bis es dann schließlich im Barock völlig aus der Musizierpraxis verdrängt wurde. Doch auch heute werden sie noch im Orgelbau als Gesellenstück hergestellt, um die wesentlichen handwerklichen Fähigkeiten des Orgelbauers beweisen zu können. 

Dank einigen engagierten Instrumentenbauern wurde die kleine Orgel weiterentwickelt und besitzt nun eine Stimmvorrichtung für jede einzelne Pfeife, wodurch es möglich ist, die Tonhöhen zu verstellen. Doch noch immer wird es kaum gespielt, selbst bei authentisch auftretenden Mittelaltergruppen und Renaissance-Ensembles hört man es nur äußerst selten. Allerdings wird es zum Verständnis historischer Stimmungssysteme gerne in der Musikausbildung eingesetzt. 

Andere Orgeltypen sind z.B. das Regal (etwa von der gleichen Größe wie das Portativ) und das größere Orgelpositiv.